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Pressemitteilung des Freundeskreises Burg und Stadt Münzenberg zur Pressemitteilung des Magistrats der Stadt Münzenberg, abgedruckt am 13.09.2019 in der BZ

Mit großer Enttäuschung hat der Vorstand des Freundeskreises Burg und Stadt Münzenberg e. V. die Entscheidung des Magistrats der Stadt Münzenberg aufgenommen, den Sitz im Vorstand des Vereins zukünftig nicht mehr wahrnehmen zu wollen. Die Entscheidung des Magistrats ist für den Vorstand, unter Berücksichtigung der seit über 23 Jahren geübten erfolgreichen Zusammenarbeit, nicht nachvollziehbar und kann deshalb auch nicht unkommentiert bleiben.
Der Vorstand ruft in Erinnerung, dass der Verein Freundeskreis Burg und Stadt Münzenberg e. V. im Nachgang zur 750-Jahrfeier der Stadt Münzenberg im Jahr 1996 gegründet wurde. Die Gründungsmitglieder hatten die Idee, auch die Stadt mit in den Vorstand zu integrieren, was der damalige Magistrat sehr befürwortete. Seit der Gründung arbeiten Mitglieder des Vereins ehrenamtlich zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger aller vier Stadtteile und haben in diesem Rahmen nicht nur Menschen einander nähergebracht, sondern auch den städtischen Haushalt um mehrere hunderttausend Euro entlastet. Spenden gingen dabei nicht nur an die Stadt (z. B.: Sanierung der ehemaligen Synagoge: Anschubfinanzierung: 50.000 Euro, Außenanlage: 10.000 Euro, Schallschutzdecke: 4.000 Euro; Stadtmauer: 33.000 Euro; Sanierung der drei Brunnen in Münzenberg: über 10.000 Euro), sondern auch an den Hospitalfonds (Sanierung des Hospitalgebäudes: 10.000 Euro), an alle evangelischen und katholischen Kirchengemeinden der Stadt (weit über 10.000 Euro), an die Johanniterschule Münzenberg-Gambach, alle städtischen Kindergärten, alle Vereine des VdK usw.
Der Verein hat zudem Stadt- und Burgführungen, Theater vor dem Alten Rathaus in Gambach und zahlreiche weitere Kulturveranstaltungen an unterschiedlichen Orten der Stadt durchgeführt, Publikationen erstellt, um nur einige wenige Beispiele zu nennen. Im Besonderen die Theateraufführungen auf Burg Münzenberg haben eine weit über Stadt und Kreis hinausgehende positive Resonanz gefunden. In einer Vielzahl der genannten Veranstaltungen war die Stadt als Mitveranstalter aufgetreten, wobei jeweils der Verein das finanzielle Risiko alleine getragen hat.
Dass der Magistrat neben dem öffentlich erklärten Verzicht auf Wahrnehmung eines Sitzes im Vorstand auch noch die Entscheidung getroffen hat, bei zukünftigen Veranstaltungen auf der Burg nicht mehr als Mitveranstalter auftreten zu wollen und dafür – vermeintliche – steuerrechtliche und haftungs-rechtliche Gründe anführt, ist ebenso enttäuschend. Aktuell betrifft diese Entscheidung des Magistrats die vom Verein bereits geplanten Veranstaltungen zum Jubiläum „775 Jahre Stadt Münzenberg“ im nächsten Jahr, die zudem durch die Eröffnung des Kultursommers Mittelhessen auf Burg Münzenberg einen noch höheren Stellenwert haben werden.
Das in der Pressemitteilung des Magistrats genannte Argument, in den vergangenen Jahren habe es zunehmend Disharmonien gegeben, rechtfertigt nach Auffassung des Vorstands die Entscheidungen des Magistrats nicht. Trotz nicht immer reibungsfreier Zusammenarbeit haben der Verein und die Stadt in engem Schulterschluss z. B. mit hohem finanziellen und persönlichen Einsatz des Freundeskreises gegen die in der Nähe der Burg geplanten Windräder erfolgreich gekämpft. Noch in diesem Frühjahr wurde der Verein von Seiten der Stadt wieder schriftlich angefragt, ob er sich ein weiteres Mal an den Kosten für die Fortführung der Stadtmauersanierung beteiligen könne. Der Freundeskreis hat daraufhin der Stadt eine erneute Kostenbeteiligung in Aussicht gestellt. Mögliche „Disharmonien in der Kommunikation“ stehen also einer gleichwohl erfolgreichen Zusammenarbeit gerade nicht entgegen, wie die genannten Beispiele belegen.
Der Verein hat sich darüber hinaus auch über Jahrzehnte ehrenamtlich für die Förderung des Tourismus eingesetzt und so auch das erste Tourismuskonzept für die Stadt erstellt. Nach Berufung der Tourismuskommission hat der Freundeskreis dort engagiert mitgearbeitet und die Schaffung der Stelle für Stadtmarketing mit unterstützt. Nach erfolgter Besetzung dieser Stelle war es für den Verein eine Selbstverständlichkeit, die Stelleninhaberin zu den Vorstandssitzungen einzuladen, um eine Zusammenarbeit zu etablieren. Leider zeigten sich bald unterschiedlicheAnsätze bei den Ideen, Zielen und Umsetzungen, die gemeinsame Aktionen behinderten.
Zuletzt wurde der Versuch unternommen, bei der Erstellung einer neuen Fahrradtourenkarte für Münzenberg und Wölfersheim gemeinsam zu wirken. Diese Unternehmung startete im Januar 2018 mit der Unterstützung des Freundeskreises. Im Mai 2019, kurz vor der geplanten Drucklegung, wurde dem Verein – aus Wölfersheim (!) – eine Vorlage der Fahrradtourenkarte vorgelegt, mit der Bitte um Durchsicht der Vorlage. Zuvor war der Freundeskreis in die Planung und Erstellung der Fahrradtourenkarte nicht weiter eingebunden worden. Diese Art des Umgangs miteinander ist dem Verein fremd. Dies wurde dem Magistrat auch vom Vorstand so deutlich mitgeteilt.
Die in der Pressemitteilung der Stadt genannten intensiven Bemühungen der Stadt, zwischen der Stelle für Stadtmarketing und dem Freundeskreis Burg und Stadt Münzenberg eine Zusammenarbeit zu etablieren, ist in dieser genannten Form nicht feststellbar gewesen. Ungeachtet dessen rechtfertigt auch dies die vom Magistrat getroffenen Entscheidungen nicht.
Der Freundeskreis Burg und Stadt Münzenberg ist ein ehrenamtlich tätiger Verein mit über 700 Mitgliedern, die mit viel Engagement die Ziele des Vereins tragen und vertreten. Der Verein ist durchaus auch streitbar, jedenfalls immer dann, wenn es der Sache dient. Und nur dann! Die genannten Erfolge im Rahmen seiner zahlreichen Aktivitäten wären selbstverständlich ohne einen konstruktiven Meinungsaustausch nicht möglich gewesen. Auch hier gab es bisweilen Differenzen, die aber in einer gesunden Streitkultur, die unsere Demokratie ausmacht, gelöst wurden. Warum dies aktuell zwischen den verantwortlich Handelnden nicht mehr möglich sein soll, erschließt sich dem Vorstand nicht. Der Freundeskreis Burg und Stadt Münzenberg ist ausdrücklich bereit, weiter und wieder mit allen Verantwortlichen der Stadt Münzenberg, seien es die Mitglieder des Magistrats, der Stadtverordnetenversammlung oder städtische Bedienstete, über alles zu sprechen und wenn nötig auch kritisch zu hinterfragen, wenn es dem Wohl der Stadt Münzenberg und ihrer Bürgerinnen und Bürger dient.
Der Vorstand des Freundeskreises Burg und Stadt Münzenberg

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